Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck ist, sondern muss vor allem eines leisten: den Arbeitsalltag unserer Partner einfacher, effizienter und erfolgreicher machen. In Teil 2 unseres Interviews spricht Thomas Müller, COO, über den hohen Digitalisierungsgrad unserer Vertriebsplattform, die Bedeutung von BiPRO-Standards und offenen Schnittstellen sowie aktuelle Weiterentwicklungen von myInsure Office und der Endkunden-App.
Digitalisierung ist ein Kernthema der SDV AG. Bitte skizziere kurz den Digitalisierungsgrad der Vertriebslandschaft und, wenn möglich, geplante beziehungsweise aktuelle Optimierungsvorhaben.
Der Digitalisierungsgrad unserer Vertriebslandschaft ist bereits heute sehr hoch – und gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich daran, ihn weiter auszubauen. Aktuell läuft eine Vielzahl von Projekten. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Weiterentwicklung unseres „myInsure Office“, das wir Schritt für Schritt noch leistungsfähiger und anwenderfreundlicher gestalten.
Auch unsere Endkunden-App entwickeln wir gezielt weiter. Künftig sollen Kunden beispielsweise die Möglichkeit haben, per Foto Daten aus einer Versicherungspolice zu erfassen, die dann automatisch im System angelegt werden. Das reduziert Aufwand und macht Prozesse noch einfacher und schneller. Darüber hinaus planen wir, insbesondere größeren Partnern eine API zur Verfügung zu stellen. Damit können sie ihre eigenen Systeme unkompliziert an unsere Plattform anbinden und Prozesse nahtlos integrieren.
Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Digitalisierung nicht nur vorantreiben, sondern für unsere Partner und deren Kunden konkret erlebbar und nutzbar machen – einfach, effizient und ohne technische Hürden.
Gemessen am Digitalisierungsgrad der Branche: Wo ordnest Du den Status quo der SDV AG ein?
Ich bin überzeugt, dass wir im Branchenvergleich ganz vorne mit dabei sind. Unser Digitalisierungsgrad ist bereits heute sehr hoch, insbesondere was die Automatisierung von Prozessen, die Integration von BiPRO-Standards und die durchgängige Systemlandschaft betrifft. Was uns dabei besonders auszeichnet, ist nicht nur die Technologie selbst, sondern die konsequente Ausrichtung auf den Nutzen für unsere Partner. Digitalisierung ist bei uns kein Selbstzweck, sondern darauf ausgelegt, den Arbeitsalltag spürbar einfacher, schneller und effizienter zu machen.
Hat das Unternehmen seine selbst gesteckten Ziele in diesem Punkt erreicht?
Wir sehen uns nicht am Ziel, sondern als Vorreiter in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Wir hinterfragen bestehende Lösungen, treiben Innovationen aktiv voran und setzen neue Impulse – sowohl technisch als auch in der praktischen Anwendung. In Summe würde ich sagen: Wir gehören zu den digitalen Taktgebern der Branche und haben eine sehr gute Ausgangsbasis, um diese Position weiter auszubauen.
Brancheneinheitliche Standards wie BIPRO und funktionierende Schnittstellen sind ein Dauerbrenner-Thema, wenn es um Digitalisierung und Poolanbindungen geht. Wie ist die SDV AG hier technisch aufgestellt?
Standards wie BiPRO haben für uns einen sehr hohen Stellenwert. Sie sind die Grundlage dafür, Prozesse wirklich durchgängig zu digitalisieren und effizient zu gestalten.
Die BiPRO-Technologie ermöglicht uns perspektivisch die vollständig digitale Verarbeitung der von den Versicherungsgesellschaften gelieferten Dokumente. Besonders positiv ist, dass die Branche aktuell erstmals den Eindruck vermittelt, sich klar zu diesen Standards zu bekennen. Wir messen die Entwicklung regelmäßig und stellen fest, dass sich die Qualität und Verbreitung von Jahr zu Jahr deutlich verbessert.
Wie sieht es beim Thema Schnittstellen aus?
Wir sind inzwischen selbst in der Lage, als Provider für unsere Kooperationspartner aufzutreten und Dokumente bereitzustellen. Dabei können wir nahezu alle Maklerverwaltungsprogramme problemlos anbinden – hier sehen wir für uns kaum noch technische Barrieren. Und auch für Partner ohne eigenes Maklerverwaltungsprogramm bieten wir mit „myInsure Office“ eine leistungsfähige Alternative. Damit entfällt der Aufwand für den Betrieb eines eigenen Systems, während gleichzeitig alle Vorteile moderner Schnittstellen genutzt werden können. Aus unserer Sicht sind standardisierte Schnittstellen wie BiPRO daher ein zentraler Erfolgsfaktor – für Effizienz, Skalierbarkeit und eine zukunftsfähige Vertriebs- und Prozesslandschaft.
Worauf achtet die SDV AG, wenn sie digitale Abschlussstrecken von Gesellschaften in ihre Vertriebslandschaft integriert?
Wir verstehen unsere Vertriebslandschaft als offene Architektur. Das bedeutet: Versicherungsgesellschaften können grundsätzlich alle digitalen Abschlussstrecken bei uns integrieren, die sie zur Verfügung stellen. Für uns als Serviceplattform steht dabei vor allem ein Punkt im Fokus: Die Abschlüsse müssen eindeutig unseren Kooperationspartnern zugeordnet werden können. Nur so ist sichergestellt, dass Prozesse sauber laufen und die vertriebliche Leistung korrekt abgebildet wird.
Angenommen, ein Partner schöpft alle Möglichkeiten der Vertriebsplattform aus: Was bedeutet das für sein Geschäft?
Wenn ein Partner alle Möglichkeiten unserer Vertriebsplattform konsequent nutzt und unseren Prozessen vertraut, verändert das sein Geschäft spürbar. Er kann sich deutlich stärker auf das Wesentliche konzentrieren: seinen Vertrieb und die Beratung seiner Kunden. Unsere Erfahrung zeigt, dass nur etwa 15 % der eingehenden Dokumente tatsächlich aktiv relevant sind und bearbeitet werden müssen – genau diese steuern wir gezielt per E-Mail aus. Der Großteil der übrigen Dokumente wird von uns automatisiert verarbeitet und sauber im System abgelegt.
Das bedeutet für den Partner: weniger Verwaltungsaufwand, weniger Ablenkung und mehr Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten. Für die Beratung stehen ihm gleichzeitig alle gängigen Abschlusstools zur Verfügung, sodass er schnell zu passenden Angeboten und Abschlüssen kommt.
Der entscheidende Faktor ist dabei Vertrauen in die Prozesse. Wer dieses Vertrauen mitbringt, gewinnt vor allem eines: Zeit – und damit mehr Raum für erfolgreichen Vertrieb.
Welche Angebote der Vertriebslandschaft sollten SDV-Partner unbedingt regelmäßig nutzen – und warum?
Ein Angebot, das unsere Partner unbedingt regelmäßig nutzen sollten, ist unsere Endkunden-App. Sie ist ein echter Differenzierungsfaktor im Markt. Unsere Kooperationspartner bieten ihren Kunden damit einen modernen, digitalen Zugang zu ihren Versicherungen – transparent, jederzeit verfügbar und einfach zu bedienen.
Der große Vorteil liegt aber vor allem in der Kundenbindung: Wer seinen Kunden eine solche Lösung bietet, schafft eine deutlich engere und nachhaltigere Verbindung. Gleichzeitig wird es für Wettbewerber wesentlich schwieriger, in diese Kundenbeziehung einzudringen. Unsere Partner positionieren sich damit nicht nur als moderner Berater, sondern machen ihre Kundenbeziehungen deutlich stabiler und resistenter gegenüber Abwerbeversuchen.
Kurz gesagt: Die Endkunden-App ist ein entscheidender Baustein, um sich im Wettbewerb klar zu differenzieren und langfristig erfolgreich zu sein.



