Jeder Dritte hat eine gesetzliche Altersrente unter 750 Euro

Letztes Jahr haben fast 18,6 Millionen Personen eine gesetzliche Altersrente von im Schnitt 1.054 Euro pro Monat erhalten. Allerdings unterscheidet sich die Rentenhöhe deutlich je nach Rentenart, zwischen den Geschlechtern und Renteneintritt. So hatte etwa ein Drittel der Rentner eine Altersrente von unter 750 Euro.

Unterschiede bei der Rentenhöhe zwischen Männern und Frauen

Nach aktuellen Statistikdaten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) haben letztes Jahr fast 18,58 Millionen Menschen eine gesetzliche Altersrente ausbezahlt bekommen. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag vor Steuern – konkret die Rentenhöhe abzüglich der gesetzlichen Kranken– und Pflegeversicherung ohne Abzug einer möglichen Einkommensteuer – lag bei 1.054 Euro monatlich.

Dabei erhielten Frauen im Schnitt eine deutlich niedrigere Rente als Männer. So wurde den knapp 8,21 Millionen männlichen Rentenbeziehern eine Durchschnittsrente von fast 1.295 Euro überwiesen, den 10,37 Millionen weiblichen Rentnerinnen wurde dagegen im Schnitt nur 863 Euro ausbezahlt. Das heißt, der durchschnittliche Rentenzahlbetrag der Frauen war um ein Drittel niedriger als bei den Männern.

Die Rentenhöhe der Neurentner

Die DRV-Statistik erfasst den gesamten Bestand an Altersrentenbeziehern, denen im Laufe des Jahres 2022 bis zum Stichtag 31.12.2022 eine gesetzliche Altersrente ausbezahlt wurde. Bei der Statistik der Bestandsrentner mitberücksichtigt sind auch die knapp 875.000 Neurentner, also die Rentenbezieher, denen 2022 erstmals eine Altersente ausbezahlt wurde.

Für die Neurentner gibt es auch eine separate DRV-Statistik. Sie zeigt, dass im Schnitt der Rentenzahlbetrag der Neurentner bei 1.058 Euro lag. Im Detail wurde den fast 418.900 männlichen Neurentnern durchschnittlich jeweils 1.241 Euro und den über 456.100 weiblichen Neurentnern 890 Euro ausbezahlt.

Dass die Rente der Neurentner im Schnitt rund vier Euro höher ist als die der Bestandsrentner, hört sich zwar gut an, allerdings erhalten die Neurentner bei allen Altersrentenarten eine durchschnittlich niedrigere Altersrente als die Bestandsrentner.

Dass insgesamt gesehen der durchschnittliche Rentenzahlbetrag für Neurentner dennoch höher ist als bei den Bestandsrentnern, liegt daran, dass anteilig deutlich mehr Neurentner Rentenarten mit höheren Rentenzahlbeträgen erhalten, als dies bei Bestandsrentnern der Fall ist, denn auch der Unterschied der Rentenhöhe zwischen den Rentenarten ist zum Teil erheblich.

Die häufigste Altersrentenart ist zugleich die niedrigste

Zu den aktuellen fünf Altersrentenarten gehört die reguläre Altersrente, auch Regelaltersrente genannt. Anspruch darauf hat, wer die allgemeine Wartezeit der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) von fünf Jahren erfüllt und die Regelaltersgrenze erreicht hat. Alle anderen Rentenarten können vor der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden, wenn man das jeweils vorgeschriebene Renteneintrittsalter erreicht hat und die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Zu diesen Rentenarten zählen die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die Altersrente für langjährig Versicherte, die Altersrente für Schwerbehinderte sowie die Altersrente für Bergleute. Ausbezahlt werden zudem noch zwei weitere Rentenarten, nämlich die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit sowie die Altersrente für Frauen, die jedoch nur noch von Personen beantragt werden können, die vor 1952 geboren wurden, sofern sie die sonstigen Voraussetzungen wie eine Wartezeit von 15 Jahren in der GRV erfüllen.

Die im Schnitt niedrigste Rente mit rund 737 Euro wurde den knapp 7,65 Millionen Beziehern einer Regelaltersrente ausbezahlt, obwohl sie mit 41 Prozent anteilig die größte Gruppe der Bestandsrentner und mit einem Anteil von knapp 42 Prozent auch die größte Gruppe bei den Neurentnern waren. Männlichen Bestandsrentnern mit dieser Rentenart wurde durchschnittlich 930 Euro (Neurentnern 813 Euro) und weiblichen Bestandsrentnern 602 Euro (Neurentnern 593 Euro) ausbezahlt.

Nur wenige erhalten die Rentenart mit der höchsten Rente

Den durchschnittlich höchsten Rentenzahlbetrag von 2.387 Euro erhielten die rund 38.400 Bezieher einer Altersrente für Bergleute. Damit entfällt die höchste Durchschnittsrente auf eine Rentenart, die anteilig die wenigsten, nämlich nur 0,2 Prozent der Bestandsrentner, erhalten.

Bei den Neurentnern mit einer solchen Altersrentenart lag der Rentenzahlbetrag sogar bei 2.469 Euro. Es waren jedoch nur 0,005 Prozent der Neurentner, konkret 45 Personen, die diese Rentenart 2022 erstmals ausbezahlt wurde. Die genannte Rentenart für Bergleute steht Personen zu, die mindestens 25 Jahre lang unter Tage gearbeitet und dementsprechend Rentenversicherungsbeiträge an die knappschaftliche Rentenversicherung gezahlt haben.

So viele erhielten eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Nicht ganz jeder neunte Bestandsrentner (11,6 Prozent), konkret 2,15 Millionen Personen, aber fast jeder dritte Neurentner (knapp 30,0 Prozent) bekam eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die eine 45-jährige Wartezeit voraussetzt. Bestandsrentner hatten eine durchschnittliche Rentenhöhe von 1.507 Euro, Neurentner von 1.487 Euro. Im Detail waren es bei den Männern im Schnitt 1.658 Euro (Neurentner 1.641 Euro) und bei den Frauen 1.311 Euro (Neurentner 1.289 Euro).

Rund 2,32 Millionen Menschen und damit etwa jeder achte Bestandsrentner (12,5 Prozent) wurde eine Altersrente für langjährig Versicherte ausbezahlt, die man ab einer 35-jährigen Wartezeit erhalten kann. Bei den Neurentnern betrug der Anteil dagegen 21,6 Prozent. Der Rentenzahlbetrag lag bei den Bestandsrentnern im Schnitt bei 1.219 Euro, bei den Neurentnern waren es nur 1.118 Euro. Auch hier gab es geschlechterspezifische Unterschiede: Die männlichen Bestandsrentner hatten einen Rentenzahlbetrag von im Schnitt 1.417 Euro (Neurentner 1.359 Euro), bei den Frauen betrug die Rentenhöhe dagegen nur 935 Euro (Neurentner 963 Euro).

Zudem wurde über 1,78 Millionen Bestandsrentnern (9,6 Prozent) eine Altersrente für Schwerbehinderte mit einer durchschnittlichen Rentenhöhe von 1.293 Euro ausbezahlt. Von allen Neurentnern erhielten 6,4 Prozent eine solche Rentenart in Höhe von 1.232 Euro. Bei den Männern (Bestandsrentner) mit dieser Altersrentenart waren es 1.448 Euro (Neurentner 1.387 Euro) und bei den Frauen 1.093 Euro (Neurentner 1.064 Euro). Nur Personen mit einem Schwerbehinderungsgrad von mindestens 50 und einer 35-jährigen Wartezeit können diese Rentenart beanspruchen.

Rentenarten, die anteilig nur noch wenige Neurentner erhalten

Des Weiteren bekamen letztes Jahr 3,03 Millionen Rentenbezieher eine Altersrente für Frauen überwiesen, was einem Anteil von 16,3 Prozent aller Bestandsrentner entspricht. Der Rentenzahlbetrag belief sich im Durchschnitt auf 1.020 Euro. Bei den Neurentnern erhielten dagegen aufgrund der notwendigen Voraussetzungen nur noch 0,08 Prozent eine solche Rente mit einer durchschnittlichen Rentenhöhe von 550 Euro.

Eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit wurde rund 1,60 Millionen Personen und somit 8,6 Prozent aller Bestandsrentner ausbezahlt. Sie erhielten im Schnitt 1.482 Euro pro Monat überwiesen. Der Anteil der Neurentner mit dieser Rentenart betrug auch hier nur 0,06 Prozent, der Rentenzahlbetrag lag durchschnittlich bei 976 Euro.

Die Hälfte der Rentner hat weniger als 1.050 Euro Altersrente

Betrachtet man die Verteilung aller Rentenarten nach der Höhe des Rentenzahlbetrages, zeigt sich, dass 33,5 Prozent aller Bestandsrentner und sogar 35,7 Prozent der Neurentner letztes Jahr eine monatliche Altersrente von unter 750 Euro erhielten. Bei über der Hälfte der Bestandsrentner (51,1 Prozent) und der Neurentner (52,0 Prozent) lag die ausbezahlte Rentenhöhe unter 1.050 Euro.

Nur etwa 39,2 Prozent der Bestandsrentner und 39,4 Prozent der Neurentner wurde eine gesetzliche Altersrente von 1.200 Euro oder mehr überwiesen. Der Anteil aller Altersrentenbezieher mit einer monatlichen Rente ab 1.800 Euro betrug sogar nur 11,8 Prozent bei den Bestandsrentnern und 13,3 Prozent bei den Neurentnern.

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